1. Implantat ist nicht gleich Implantat – welche Zahnimplantate sind zu empfehlen?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingesetzt wird und dort als Basis für eine Krone, eine Brücke oder eine ganze Versorgung dient. So weit funktionieren alle Systeme gleich. Der Unterschied beginnt bei der Frage, wie lange es das jeweilige System schon gibt.

Welche Zahnimplantate gibt es?
Weltweit existieren mehrere Hundert Systeme. Welche Implantate gibt es also, und woran erkennt man ein gutes? Ein etabliertes System erkennen Sie daran, dass es seit vielen Jahren am Markt ist und der Hersteller Überlebensraten aus Langzeitstudien veröffentlicht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie den Namen des Systems überhaupt kennen. Fragen Sie deshalb nach dem Implantatpass – darin sind Hersteller, Typ und Artikelnummer Ihres Implantats dokumentiert. Er ist auch Jahre später das Dokument, mit dem jede andere Praxis weiterarbeiten kann.
In unserer Praxisklinik arbeiten wir mit dem Straumann Dental Implant System. Straumann gibt auf seine Implantate nach aktuellen Herstellerangaben eine lebenslange Garantie. Ersetzt wird dabei das Produkt, nicht die Behandlung. Auf prothetische Komponenten liegt die Garantie je nach Bauteil bei fünf oder zehn Jahren.
Die Garantie gilt allerdings nur, solange Originalkomponenten des Herstellers verwendet werden. Wer Teile verschiedener Systeme kombiniert, verliert sie.
Das ist Kleingedrucktes mit sehr praktischer Folge: Wenn nach zwölf Jahren ein Aufbauteil ersetzt werden muss, brauchen Sie einen Hersteller, der dieses Teil überhaupt noch führt.
Unsere Praxisklinik ist als Straumann Center of Excellence und als Clean Implant Trusted Dental Implant Center zertifiziert. Die zweite Auszeichnung prüft die Qualität und Reinheit der verwendeten Implantatoberflächen – ein Kriterium, das Patientinnen und Patienten von außen nicht beurteilen können.
„Ich habe mich bewusst auf ein System festgelegt, und zwar nicht nach Einkaufspreis. Ein Implantat setze ich für die nächsten zwanzig Jahre, und in zwanzig Jahren muss es dafür noch Teile geben. Wer heute drei verschiedene günstige Systeme im Schrank hat, verschiebt dieses Problem nur nach hinten. Auf Kosten des Patienten.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Zahnimplantat Material: Titan oder Keramik?
Titan ist das am besten dokumentierte Implantatmaterial und in den meisten Fällen die erste Wahl. Bei nachgewiesener Metallsensibilisierung oder auf ausdrücklichen Wunsch setzen wir Keramikimplantate aus Zirkonoxid ein. Die sind metallfrei, und weil Zirkonoxid weiß ist, entsteht am Zahnfleischrand kein grauer Schimmer, wie er bei Titan im Frontzahnbereich sichtbar werden kann.
Fragen Sie nach dem Implantatpass und nach der Herstellergarantie. Bei etablierten Systemen ist beides eine klare Auskunft. Bleibt der Herstellername unausgesprochen, ist das auch eine Antwort.
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2. Implantologe Nürnberg: wer das Implantat setzt, entscheidet mehr als das Material
Ein gutes System in ungeübten Händen ist weniger wert als ein solides System in erfahrenen. Wer macht Zahnimplantate – diese Frage wird selten gestellt und ist die wichtigere.
Viele fragen sich: Kann jeder Zahnarzt Implantate setzen? Rechtlich ja. Fachlich ist Implantologie eine Zusatzqualifikation, die man über Jahre erwirbt. Nicht jeder Zahnarzt in Nürnberg setzt selbst Implantate: Als Implantologe arbeitet man sich diese Qualifikation über Fortbildungen und Fallzahlen an, nicht über das Staatsexamen. Auch die Frage Zahnarzt oder Kieferchirurg lässt sich nicht pauschal beantworten, denn den Ausschlag gibt nicht die Berufsbezeichnung, sondern wie oft jemand Fälle wie Ihren operiert. Eine Einzelzahnlücke im Seitenzahnbereich ist eine andere Aufgabe als ein zahnloser Oberkiefer mit zu wenig Knochen.
Dr. med. dent. Jochen K. Alius, Zahnarzt Nürnberg mit zwei Masterabschlüssen in Implantologie und Parodontologie, hat über 5.000 Implantate gesetzt. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI), des Bundesverbands der implantologisch tätigen Zahnärzte (BDIZ EDI), der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) und des International Congress of Oral Implantologists (ICOI).
Aussagekräftiger als jede Zahl ist aber etwas anderes: dass eine Praxis auch sagt, was sie nicht macht. Zygoma-Implantate bewerten wir kritisch, weil sie ursprünglich für extreme Knochendefekte entwickelt wurden. Und wir setzen kein Implantat, solange entzündliche Prozesse im Mund nicht kontrolliert sind, auch wenn das den Behandlungsbeginn nach hinten schiebt. Fragen Sie im Beratungsgespräch also nach Qualifikation und Fallzahlen – und danach, in welchen Fällen abgeraten wird. Auf die zweite Frage hat nicht jeder eine Antwort parat.
3. Ohne 3D-Bild kein gutes Implantat: woran Sie gute Planung erkennen
Der Teil einer Implantatbehandlung, den Patientinnen und Patienten am wenigsten sehen, entscheidet über das Ergebnis. Der eigentliche Aufwand liegt in der Planung.
Vor jeder Implantation erstellen wir eine Digitale Volumentomographie (DVT), ein dreidimensionales Röntgenbild des Kiefers. Darauf lassen sich vier Dinge beurteilen, die ein normales Röntgenbild nicht sicher zeigt: Knochenhöhe, Knochenbreite, die Lage der Nerven und die Lage der Kieferhöhle. Ohne diese Information arbeitet man mit Annahmen.
Statt klassischer Abdrücke nehmen wir digitale 3D-Scans. Für viele ist das der angenehmste Teil: kein Abdrucklöffel, keine Abdruckmasse.
Was danach folgt, passiert im Haus. Unser praxiseigenes zahntechnisches Meisterlabor fertigt den Zahnersatz mit 3D-Druck und 8-Achs-Fräsen. Der Zahntechniker arbeitet im selben Gebäude, nicht in einem anderen Betrieb – bei komplexen Versorgungen ist das der Unterschied zwischen Rückfragen per Mail und einem kurzen Gespräch am Stuhl. Der chirurgische Teil findet in einem vollständig ausgestatteten OP-Trakt innerhalb der Praxisklinik statt, mit Sedierungs- und Narkosemöglichkeit. Diese Kombination aus DVT, eigenem Meisterlabor und OP-Bereich findet sich bei wenigen Zahnärzten in Nürnberg unter einem Dach.
Lassen Sie sich Ihr 3D-Bild zeigen und erklären. Wenn Ihnen niemand am Bildschirm zeigen kann, wo das Implantat hinkommt und warum genau dort, fehlt etwas.

4. Zahnimplantat Knochenaufbau: wann er nötig ist – und warum „geht auch ohne“ ein Warnsignal sein kann
Ein Implantat braucht Knochen, in dem es hält. Fehlt Knochen, ist ein Aufbau nötig, und an dieser Stelle entstehen die größten Preisunterschiede zwischen zwei Angeboten.
Knochen geht aus mehreren Gründen verloren: nach Zahnverlust, durch Parodontitis, nach einem Unfall oder einfach, weil eine Lücke jahrelang unversorgt blieb. Der Kieferknochen baut ab, wenn er nicht belastet wird.
Je nach Situation kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Beim Sinuslift wird der Knochen im Bereich der Kieferhöhle aufgebaut. Bei der Knochenaugmentation wird Knochenmaterial eingebracht, um das Volumen zu erhöhen. Zusätzlich arbeiten wir mit der PRGF-Technologie, bei der Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut gewonnen werden; sie können die Heilung unterstützen.
Ein Knochenaufbau ist kein Zusatzverkauf, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Implantat langfristig trägt. Ist ein Angebot deutlich günstiger als ein anderes, lohnt der Blick darauf, ob der Aufbau enthalten ist oder ob er für nicht nötig erklärt wurde.
„Niemand hört gern, dass vor dem Implantat noch ein Knochenaufbau steht. Das kostet Zeit und Geld, und im Alltag merkt man den Unterschied später nicht. Deshalb erkläre ich es am Bild: Ich zeige, wie viel Knochen vorhanden ist und wie viel das Implantat braucht. Wenn man das einmal gesehen hat, ist die Entscheidung meistens klar.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
5. Was Implantate kosten – und warum der Preis aus dem Ausland hinkt
Ein belastbarer Preis lässt sich erst nach der Diagnostik nennen. Was Zahnimplantate kosten, bestimmen drei Größen: der Aufwand der Vorbehandlung, das Material und die Frage, wie viele Leistungen im Preis stehen. Zwei Angebote für dieselbe Lücke können sich also unterscheiden, ohne dass eines falsch gerechnet ist. Sie beschreiben unterschiedliche Behandlungen.
Ein vollständiger Kostenplan enthält meist: die Diagnostik inklusive DVT, das Implantat, das Aufbauteil, die Krone oder den sonstigen Zahnersatz auf Implantaten, den chirurgischen Eingriff, bei Bedarf den Knochenaufbau und die Nachsorge. Vergleichen Sie deshalb Positionen, keine Summen.
Kosten Implantat Backenzahn: warum die Position im Kiefer zählt
Ein Backenzahn trägt beim Kauen die höchste Last, ein Frontzahn die höchsten ästhetischen Anforderungen. Beides wirkt sich auf Material und Aufwand aus. Ein Pauschalpreis „pro Implantat“ sagt also wenig, solange offen bleibt, welcher Zahn gemeint ist und ob die Krone enthalten ist.
Bleibt der Punkt, der viele beschäftigt: Angebote aus dem Ausland. Diese Behandlungen sind nicht per se schlechter, und es gibt gute Kliniken jenseits der Grenze. Die Rechnung hat aber Posten, die im Preis nicht auftauchen. Eine Implantatversorgung besteht aus mehreren Terminen über Monate, und jeder bedeutet eine Anreise. Muss nach vier Jahren etwas nachgearbeitet werden, brauchen Sie einen Zahnarzt in Nürnberg oder in Ihrer Nähe, der Ihre Unterlagen hat und das verbaute System kennt. Das häufigste Problem dabei ist nicht die Chirurgie, sondern eine fehlende Information: Wenn niemand weiß, welches System verbaut wurde, lässt sich kein passendes Ersatzteil bestellen.
Bestehen Sie auf einem schriftlichen Kostenplan mit Einzelpositionen. Nicht wegen der Summe, wegen der Vollständigkeit.
6. Zahnimplantat Ablauf: vom Erstgespräch bis zum festen Zahn
Beim ersten Blick auf den Behandlungsweg überrascht meist, wie viel Zeit dazwischenliegt und wie wenig davon Behandlungszeit ist.
- Erstgespräch und Befund – klären, ob ein Implantat überhaupt die richtige Lösung ist
- DVT, digitaler Scan und Planung
- Falls nötig: Knochenaufbau, mit eigener Heilungszeit
- Die Implantation – der kürzeste Teil des ganzen Weges
- Einheilphase, in der das Implantat mit dem Knochen verwächst
- Digitaler Scan und Einprobe des Zahnersatzes
- Eingliederung der definitiven Versorgung aus unserem Labor
Die Einheilphase dauert klassischerweise drei bis sechs Monate – im Unterkiefer meist kürzer als im Oberkiefer, weil der Knochen dort dichter ist. Dieser Vorgang heißt Osseointegration und lässt sich nicht beschleunigen. In verkürzten Protokollen wird früher belastet, das setzt aber gute Ausgangsbedingungen voraus. Wie lange es in Ihrem Fall dauert, zeigt die Planung nach dem DVT. Während der ganzen Zeit tragen Sie ein Provisorium, laufen also nicht mit einer Lücke herum.
„Feste Zähne an einem Tag“ gibt es tatsächlich: Bei Konzepten wie All-on-4 oder All-on-6 wird eine feste Brücke direkt auf mehreren Implantaten befestigt. Das setzt allerdings Voraussetzungen voraus, die nicht jeder mitbringt. Pauschal für alle angeboten, ist es zu viel versprochen.
Aus dieser Zeitachse folgt ein Auswahlkriterium, das kaum jemand auf der Liste hat: Erreichbarkeit. Es sind nicht zwei Termine, sondern eine Reihe über Monate. Wie gut Sie zu uns kommen, steht deshalb am Ende dieses Beitrags.
7. Nach dem Implantat ist vor dem Implantat: Periimplantitis ist die eigentliche Gefahr
Der häufigste Grund für den Verlust eines Implantats nach Jahren liegt weder im Material noch in der Operation. Es ist eine Entzündung.
Periimplantitis bezeichnet eine Entzündung des Gewebes um das Implantat, die auf den Knochen übergreift und ihn abbaut. Die Vorstufe heißt Mukositis und betrifft zunächst nur das Weichgewebe; in diesem Stadium ist sie gut behandelbar. Bei regelmäßiger Kontrolle wird sie meist genau dort erwischt.
Periimplantitis-Symptome: worauf Sie achten sollten
Die Anzeichen sind unspezifisch und werden deshalb oft übersehen: gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch am Implantat, Blutung beim Putzen, später Rückgang des Zahnfleischs und Druckempfindlichkeit, im fortgeschrittenen Stadium ein lockeres Implantat. Zahnimplantat-Schmerzen treten häufig erst spät auf. Wer wartet, bis es wehtut, wartet zu lange.
Die Risikofaktoren sind bekannt: Rauchen, ein schlecht eingestellter Diabetes, unbehandelte Parodontitis und mangelhafte Reinigung. Bei der Periimplantitis-Behandlung geht es darum, die bakterielle Belastung zu reduzieren und den Knochen zu stabilisieren; welche Periimplantitis-Therapie infrage kommt, richtet sich nach dem Ausmaß des Knochenabbaus.
Vorbeugen ist einfacher als behandeln. Implantate reinigen Sie am besten zusätzlich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten für den Übergangsbereich, dazu kommt die professionelle Zahnreinigung bei Implantaten bei Ihrem Zahnarzt in Nürnberg in kürzeren Abständen als üblich. Wir arbeiten mit einem individuellen Recall-System: Viele Patientinnen und Patienten mit Implantaten kommen viermal jährlich, nach einer Parodontitistherapie zunächst alle drei Monate. Gereinigt wird schonend mit Airflow Perio und Ultraschall, damit die Implantatoberfläche unbeschädigt bleibt.
„Mit dem Einsetzen ist ein Implantat nicht fertig, da fängt es erst an. Ich sage meinen Patienten: Die Hälfte der Arbeit ist meine, die andere Hälfte machen Sie – zu Hause und bei den Kontrollterminen. Wer das von Anfang an weiß, kommt zur Kontrolle, bevor etwas weh tut. Genau darauf kommt es an.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Fazit: Der Preis ist das letzte Kriterium, nicht das erste
Ein Implantat ist keine Ware, die man vergleicht, sondern eine Behandlung, die man plant. Sind System, Qualifikation, Diagnostik, Knochensituation, Zeitachse und Nachsorge geklärt, lässt sich der Preis am Ende sinnvoll einordnen. Vorher nicht.
Sie denken über Zahnersatz auf Implantaten nach und möchten wissen, was in Ihrem Fall sinnvoll ist? Als Ihr Zahnarzt in Nürnberg beraten wir Sie gerne in unserer Praxisklinik in der Mauthalle. Vereinbaren Sie einen Termin – im Erstgespräch klären wir zuerst, ob ein Implantat für Sie die richtige Lösung ist.
Implantat Nürnberg: Erstgespräch in der Praxisklinik in der Mauthalle
Eine Implantatversorgung ist kein Einmaltermin, sondern eine Reihe von Terminen über Monate. Vor der Entscheidung lohnt deshalb ein Blick auf die Wege – und es lohnt sich, den Zahnarzt in Nürnberg auch danach auszuwählen, wie gut Sie ihn über Monate erreichen.
Unsere Praxisklinik liegt in der historischen Mauthalle am Hallplatz 2, 90402 Nürnberg – drei Gehminuten vom Nürnberger Hauptbahnhof, eine Gehminute von der U-Bahn-Station Lorenzkirche.
Aus der Nürnberger Innenstadt sind Sie zu Fuß da. Aus der Südstadt oder aus Langwasser bringt Sie die U1 ohne Umstieg, aus Erlenstegen kommen die meisten mit dem Auto über die Königstraße, parken lässt sich im Parkhaus Frauengasse oder im Parkhaus Sterntor. Wer aus Fürth, Erlangen, Schwabach oder Lauf an der Pegnitz anreist, nimmt die S-Bahn zum Hauptbahnhof oder den Frankenschnellweg, auf den A3, A6 und A9 zulaufen – in der Metropolregion Nürnberg gibt es nur wenige Praxen mit OP-Bereich und Meisterlabor unter einem Dach.
Im Erstgespräch klären wir zuerst, ob ein Implantat für Sie die richtige Lösung ist.
Über den Autoren

Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Zahnarzt in Nürnberg | Spezialist für Implantologie & moderne Zahnmedizin
Dr. med. dent. Jochen K. Alius ist Gründer der Praxisklinik in der Mauthalle in Nürnberg – spezialisiert auf Implantologie, ästhetische und ganzheitliche Zahnmedizin. Mit zwei Masterabschlüssen, mehr als 5.000 gesetzten Implantaten und Mitgliedschaften in DGI, DGOI und ICOI schreibt er über moderne Zahnmedizin – klar, ehrlich und wissenschaftlich fundiert.
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Dr. Alius beantwortet Ihre Fragen zu Zahnimplantaten
Beides hat seine Berechtigung, den Ausschlag gibt der Befund. Für eine Brücke müssen die beiden Nachbarzähne beschliffen werden, auch wenn sie völlig gesund sind – gesunde Zahnsubstanz geht dabei unwiederbringlich verloren. Ein Implantat kommt ohne diesen Eingriff aus und belastet den Kieferknochen weiter, sodass er an dieser Stelle nicht abbaut. Dafür ist eine Brücke schneller fertig, kommt ohne Operation aus und ist in der Anschaffung günstiger. Ob Zahnbrücke oder Implantat besser passt, entscheidet sich meist am Zustand der Nachbarzähne: Sind sie ohnehin überkronungsbedürftig, spricht viel für die Brücke, weil zwei Probleme in einem Schritt gelöst werden. Stehen sie gesund und unversehrt daneben, spricht viel für das Implantat. Welche Variante in Ihrem Fall trägt, zeigt das 3D-Röntgenbild zusammen mit dem klinischen Befund.
Im Oberkiefer ist der Knochen weicher und die Kieferhöhle liegt in unmittelbarer Nachbarschaft. Deshalb wird hier häufiger ein Knochenaufbau nötig, oft in Form eines Sinuslifts, und die Einheilung dauert in der Regel länger. Der Unterkiefer hat dichteren Knochen und bietet damit von Anfang an mehr Halt – dafür verläuft dort ein Nerv, dessen Lage vor dem Eingriff genau bekannt sein muss. Beides zeigt die Digitale Volumentomographie: Knochenhöhe, Knochenbreite, Lage der Nerven und Lage der Kieferhöhle. Gering sind die Risiken in beiden Kiefern nur dann, wenn dreidimensional geplant wird. Wer ohne 3D-Bild implantiert, arbeitet mit Annahmen – und genau daraus entstehen die Komplikationen, über die man später liest.
Nein – der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist nicht schmerzhaft. Was Sie wahrnehmen, sind Druck und Vibration, vergleichbar mit einer normalen Zahnbehandlung. In den ersten Tagen danach sind eine Schwellung und ein Wundgefühl normal, beides lässt sich mit Kühlung und den üblichen Schmerzmitteln gut kontrollieren. Mehr Sorge bereitet vielen ohnehin nicht der Schmerz, sondern die Vorstellung, wach dabei zu sein. Das muss nicht sein: In unserem vollständig ausgestatteten OP-Bereich innerhalb der Praxisklinik behandeln wir auf Wunsch mit Sedierung oder in Vollnarkose. Sprechen Sie das im Erstgespräch offen an – je früher wir es wissen, desto ruhiger lässt sich der ganze Behandlungsweg planen.
Rechnen Sie mit mehreren Terminen über einige Monate, nicht mit zwei. Dazu gehören das Erstgespräch mit Befund, die 3D-Diagnostik samt Planung, der Eingriff selbst, Kontrollen während der Einheilung, der digitale Scan für den Zahnersatz, eine Einprobe und schließlich die Eingliederung. Kommt ein Knochenaufbau dazu, verlängert sich die Kette um dessen eigene Heilungszeit. Der operative Teil ist dabei der kürzeste Abschnitt des ganzen Weges – den größten Anteil hat das Warten auf die Einheilung, und das lässt sich nicht abkürzen. Ohne Zahn sind Sie in dieser Zeit nie, dafür sorgt ein Provisorium. Aus der Zahl der Termine folgt ein Auswahlkriterium, das kaum jemand auf der Liste hat: eine gut erreichbare Praxis.
Wie viel kostet ein Zahnimplantat? Seriös lässt sich das erst nach der Diagnostik sagen. Implantat und Krone sind zwei getrennte Leistungen und werden auch getrennt berechnet – das ist der häufigste Grund für scheinbar große Preisunterschiede zwischen zwei Angeboten. In einen vollständigen Kostenplan gehören außerdem die Diagnostik inklusive DVT, das Aufbauteil, der chirurgische Eingriff, bei Bedarf der Knochenaufbau und die Nachsorge. Vergleichen Sie deshalb Positionen und nicht Summen. In unserer Praxisklinik in der Nürnberger Mauthalle erhalten Sie vor Behandlungsbeginn einen schriftlichen Kostenplan mit allen Einzelpositionen – auch damit Sie ihn bei einer Zusatzversicherung einreichen können, was die Versicherer in der Regel ohnehin verlangen.
Titan und Zirkonoxid sind seit Jahrzehnten in der Medizin dokumentiert und gelten als gut verträglich. Krankheiten durch Implantate sind nicht belegt, und ob Zahnimplantate krebserregend sind, ist wissenschaftlich ebenfalls nicht bestätigt. Bei nachgewiesener Metallsensibilisierung stehen metallfreie Keramikimplantate aus Zirkonoxid zur Verfügung – ein Materialtest vorab schafft in diesen Fällen Klarheit. Unterschätzt wird dagegen ein anderes Risiko, und es ist das einzige, das wirklich häufig auftritt: eine unbehandelte Entzündung am Implantat. Sie beginnt als Mukositis im Weichgewebe und kann sich zur Periimplantitis entwickeln, die den Knochen abbaut. Wer regelmäßig zur Kontrolle kommt, wird meist in der gut behandelbaren Vorstufe erwischt.
Ein Knochenaufbau ist eine eigene Leistung und erhöht die Gesamtkosten – bei zwei Implantaten entsprechend zweifach, sofern beide Bereiche betroffen sind. Wie stark, hängt vom Verfahren ab: Ein Sinuslift im Oberkiefer ist ein anderer Aufwand als eine kleinflächige Augmentation. Zusätzlich arbeiten wir mit der PRGF-Technologie, bei der Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut gewonnen werden; sie können die Heilung unterstützen. Ob ein Aufbau nötig ist, zeigt das dreidimensionale Röntgenbild – und zwar nachvollziehbar, Sie können es sich am Bildschirm zeigen lassen. Verstehen sollten Sie dabei: Der Aufbau ist keine Zusatzleistung, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Implantat dauerhaft im Knochen hält. Ein Angebot ohne Aufbau ist deshalb nicht automatisch das bessere.
Über die Zahnimplantat-Haltbarkeit entscheidet weniger das Implantat als die Nachsorge. Ausschlaggebend sind gute Mundhygiene, regelmäßige Kontrolle auf Entzündungen und Risikofaktoren wie Rauchen oder ein schlecht eingestellter Diabetes. Ein Implantat, das jährlich kontrolliert und professionell gereinigt wird, hat erheblich bessere Aussichten als eines, das nach der Eingliederung nicht mehr gesehen wird. Wir arbeiten deshalb mit einem individuellen Recall-System: Viele Patientinnen und Patienten mit Implantaten kommen viermal jährlich, nach einer Parodontitistherapie zunächst alle drei Monate. Reinigen lassen sich Implantate zusätzlich gut mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Und ein zweiter Faktor wirkt im Hintergrund: Bei einem etablierten Implantatsystem sind prothetische Teile auch nach Jahren noch lieferbar, bei einem No-Name-System nicht zwangsläufig.
Über die Zahnimplantat-Haltbarkeit entscheidet weniger das Implantat als die Nachsorge. Ausschlaggebend sind gute Mundhygiene, regelmäßige Kontrolle auf Entzündungen und Risikofaktoren wie Rauchen oder ein schlecht eingestellter Diabetes. Ein Implantat, das jährlich kontrolliert und professionell gereinigt wird, hat erheblich bessere Aussichten als eines, das nach der Eingliederung nicht mehr gesehen wird. Wir arbeiten deshalb mit einem individuellen Recall-System: Viele Patientinnen und Patienten mit Implantaten kommen viermal jährlich, nach einer Parodontitistherapie zunächst alle drei Monate. Reinigen lassen sich Implantate zusätzlich gut mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Und ein zweiter Faktor wirkt im Hintergrund: Bei einem etablierten Implantatsystem sind prothetische Teile auch nach Jahren noch lieferbar, bei einem No-Name-System nicht zwangsläufig.
Drei bis sechs Monate macht die Einheilung aus, in der das Implantat mit dem Knochen verwächst – im Unterkiefer meist kürzer als im Oberkiefer, weil der Knochen dort dichter ist. Dieser Vorgang heißt Osseointegration und lässt sich nicht beschleunigen. Kommt ein Knochenaufbau dazu, verlängert sich der Weg um dessen Heilungsphase, sodass insgesamt auch neun bis zwölf Monate zusammenkommen können. Während der ganzen Zeit tragen Sie ein Provisorium, sind also nie ohne Zahn. Verkürzte Protokolle mit früherer Belastung gibt es, sie setzen aber gute Ausgangsbedingungen voraus und sind nicht für jeden geeignet. Wie lange es in Ihrem Fall dauert, lässt sich nach der 3D-Diagnostik konkret benennen.
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