Biologische Zahnmedizin, ganzheitliche Zahnmedizin, Umweltzahnmedizin: was die Begriffe unterscheidet
Wer eine Praxis für dieses Thema sucht, stößt auf mindestens drei Bezeichnungen: biologische Zahnmedizin, ganzheitliche Zahnmedizin, Umweltzahnmedizin. Dazu kommt biologische Zahnheilkunde, wobei Zahnheilkunde nur der ältere Ausdruck für Zahnmedizin ist. Im Alltag werden sie synonym verwendet, gemeint ist damit aber nicht das Gleiche.
Sinnvoll ist diese Einteilung: Biologische Zahnmedizin beschreibt den Fokus auf Materialverträglichkeit und Entzündungsgeschehen. Ganzheitliche Zahnmedizin ist der weitere Dachbegriff, der zusätzlich Funktion, Statik und die Reihenfolge der Behandlungsschritte einschließt – so beschreiben wir sie auf unserer Seite zur ganzheitlichen Zahnmedizin in Nürnberg. Umweltzahnmedizin betrachtet den Mund als Ort, an dem Materialien über Jahrzehnte im Körper verbleiben.
Keine dieser Bezeichnungen ist geschützt. Es gibt in Deutschland keine Facharztanerkennung für biologische Zahnmedizin, und wer sich biologischer Zahnarzt nennt, hat damit keine Prüfung belegt.
Biologische Zahnmedizin und Umweltzahnmedizin: wo der Unterschied liegt
Umweltzahnmedizin ist der engere und medizinisch am besten anschlussfähige Teil. Sie fragt nach Sensibilisierungen, nach der Belastung durch Materialien und nach der Zusammenarbeit mit Allergologie und Umweltmedizin. Fachlich organisiert ist das über die Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin (DEGUZ), in der Dr. Alius Mitglied ist, neben der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) und der International Society of Metal Free Implantology (ISMI).
Mythos 1: „Zähne haben mit dem Rest des Körpers nichts zu tun“ – warum ganzheitliche Zahnheilkunde am Zahnfleisch anfängt
Urteil: falsch – Parodontitis und Diabetes beeinflussen sich nachweislich gegenseitig.
Der Zusammenhang zwischen einer chronischen Zahnfleischentzündung und der Allgemeingesundheit ist einer der besser untersuchten Bereiche der Zahnmedizin. Für Parodontitis und Diabetes ist eine wechselseitige Beziehung beschrieben: Ein schlecht eingestellter Blutzucker verschlechtert die Parodontitis, eine unbehandelte Parodontitis erschwert die Blutzuckereinstellung. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Schwangerschaftskomplikationen liegen Assoziationen vor.
Die Grenze liegt woanders: Assoziation ist keine Ursache. Eine Parodontitis-Behandlung senkt die Entzündungslast im Körper; einen Herzinfarkt verhindert sie damit nicht und einen Diabetes heilt sie nicht. Sie nimmt stattdessen einen Entzündungsherd aus dem Spiel, der sonst jahrelang mitläuft. Bei einer chronischen Erkrankung ist das kein kleiner Beitrag.
Für uns als Zahnarzt in Nürnberg bedeutet das in der Praxis eine Reihenfolge. Bevor Zahnersatz, Implantate oder ästhetische Korrekturen geplant werden, muss das Zahnfleisch entzündungsfrei sein. Deshalb stehen am Anfang jeder größeren Versorgung eine Befundaufnahme und meist eine professionelle Zahnreinigung. Diese Reihenfolge ist der Kern, den ganzheitliche Zahnheilkunde meint; biologische Zahnheilkunde setzt an derselben Stelle an.

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Mythos 2: „Metallfrei ist Geschmackssache“ – was metallfreier Zahnersatz wirklich leistet
Urteil: halb richtig. Zwischen Wunsch und Indikation liegt ein Befund.
Titan ist das am besten dokumentierte Implantatmaterial, mit Nachbeobachtungen über Jahrzehnte. Zirkondioxid, also Keramik, ist ebenfalls gut untersucht, verfügt aber über kürzere Langzeitdaten. Die Aussage, Keramik sei grundsätzlich das bessere Material, überdehnt die Datenlage.
Für metallfreier Zahnersatz und für ein Keramikimplantat gibt es klare Indikationen: eine nachgewiesene Sensibilisierung gegen Metalle; dünnes Zahnfleisch im sichtbaren Frontzahnbereich, wo bei Titan ein grauer Schimmer durchscheinen kann; der ausdrückliche Wunsch nach einer metallfreien Versorgung nach vollständiger Aufklärung.
Nicht belegt ist die Pauschalaussage, Metall im Mund mache krank. Eine relevante Metallbelastung durch Zahnersatz kommt vor, sie ist aber die Ausnahme und taugt nicht als Standarderklärung für unspezifische Beschwerden.
Bei einem kleineren Teil der Patientinnen und Patienten kommt es zu einer Fremdkörperreaktion mit lokaler Entzündung. Ob eine Sensibilisierung oder ein erhöhtes Risiko vorliegt, lässt sich vor einer Implantation durch Laboranalytik abklären. Damit wird die Materialfrage vom Wunsch zur Indikation.
Ganzheitlicher Zahnersatz bedeutet zuerst Materialauswahl nach Befund. Keramik-Zahnersatz und Zirkon Zahnersatz fertigt das praxiseigene zahntechnische Meisterlabor im Haus. Zahnarzt und Zahntechniker sprechen dabei während der Behandlung direkt miteinander. Technische Details zu Zahnimplantate Nürnberg und zu implantatgetragener Zahnersatz stehen auf den jeweiligen Leistungsseiten.
Zahnersatz Metall oder Keramik: woran die Entscheidung hängt
Die Frage Zahnersatz Metall oder Keramik entscheidet sich an vier Größen: der Position im Kiefer, der Kaulast an dieser Position, der Dicke des Zahnfleischs und dem allergologischen Befund. Ein Backenzahn trägt beim Kauen die höchste Last, ein Frontzahn die höchsten ästhetischen Anforderungen. Ohne Befund lässt sich die Materialfrage nicht beantworten.
„Bei der Materialfrage schaue ich auf den Knochen, auf die Kaulast an dieser Stelle und auf den allergologischen Befund. Ob am Ende Titan oder Keramik steht, ergibt sich daraus.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Mythos 3: „Störfelder im Kiefer sind erfunden“ – was ein biologischer Zahnarzt tatsächlich sucht
Urteil: zur Hälfte richtig. Der entzündete Herd ist real, die Zuordnung zu einem Organ nicht.
Belegt: Eine chronisch entzündete Wurzelspitze ist ein realer Entzündungsherd. Sie kann jahrelang schmerzfrei bleiben und trotzdem eine dauerhafte Entzündungslast erzeugen. Im dreidimensionalen Röntgenbild ist sie sichtbar, im zweidimensionalen häufig nicht sicher zu beurteilen. Diese Abklärung leistet eine biologische Zahnarztpraxis routinemäßig.
Nicht belegt: die Zuordnung eines einzelnen Zahns zu einem entfernten Organ über Meridiane. Dafür fehlt ein reproduzierbarer Nachweis, und wir arbeiten nicht mit solchen Zuordnungen.
Anlass für die Frage ist meist ein wurzelkanalbehandelter Zahn. Unsere Position dazu ist unbequem: Eine Wurzelbehandlung Nürnberg führen wir durch, bewerten sie aber kritisch, weil ein wurzelbehandelter Zahn biologisch nicht mehr vollständig gesund ist. Für den einzelnen Zahn folgt daraus in der Regel eine regelmäßige Kontrolle und keine Entfernung.
Diese Beurteilung setzt ein dreidimensionales Röntgenbild voraus; das DVT dafür steht in unserer Praxisklinik. Für diese eine Frage nehmen Patientinnen und Patienten längere Wege in Kauf – in die Altstadt kommen sie dafür auch aus Mögeldorf und Erlenstegen.
Wie wir Störfelder und wurzelkanalbehandelte Zähne im Einzelnen beurteilen, steht auf der Leistungsseite.
Mythos 4: „Amalgam entfernen kann jeder“ – warum die Technik über die Belastung entscheidet
Urteil: falsch. Über die Belastung entscheiden Bohrer und Absaugung, nicht die Entfernung an sich.
Zur Faktenlage: In der Europäischen Union ist die Verwendung von Dentalamalgam seit dem 1. Januar 2025 verboten. Neue Amalgamfüllungen werden also nicht mehr gelegt. Die Diskussion betrifft ausschließlich die Füllungen, die bereits im Mund sind.
Dort gilt kein Automatismus. Nicht jede bestehende Versorgung muss entfernt werden. Amalgam entfernen ist begründet bei einer defekten Füllung, bei undicht gewordenen Rändern, bei nachgewiesener Sensibilisierung oder auf Ihren ausdrücklichen Wunsch nach Aufklärung. Eine intakte, dichte Füllung ohne Befund herauszubohren, ist kein medizinisches Ziel.
Entscheidend ist deshalb das Wie. Die höchste Quecksilberfreisetzung entsteht während der Entfernung selbst. Wir arbeiten dabei mit niedertourigen Schleifkörpern, die weniger Wärme und weniger Aerosol erzeugen, und mit einer speziellen Absaugtechnik. Wer Amalgam ohne diese Vorkehrungen ausbohrt, erzeugt genau die Belastung, die er vermeiden will.

Die zweite Hälfte der Entscheidung ist, was an die Stelle der alten Füllung tritt. Bei kleineren Defekten sind das Kompositfüllungen; für eine biologisch orientierte Versorgung kommt es auf die Zusammensetzung an. Wir verwenden ausschließlich Füllungsmaterialien des Schweizer Herstellers SAREMCO, die frei von HEMA, TEGDMA und BisGMA sind. Bei größerem Substanzverlust reicht eine Füllung nicht mehr, dann kommen Inlays oder Onlays in Frage.
Nicht belegt sind Ausleitungsprotokolle, die eine Entgiftung des Körpers in Aussicht stellen. Die Amalgamentfernung ist bei uns Bestandteil des Dental-Detox-Konzepts, das auf der Leistungsseite beschrieben ist – als geschützte Entfernung.
Anfragen dazu erreichen uns regelmäßig aus Fürth und Erlangen. Für die geschützte Entfernung suchen Patientinnen und Patienten gezielt und nehmen die Anfahrt in Kauf.
„Eine dichte Amalgamfüllung herauszubohren, weil sie Amalgam ist, verlagert die Belastung auf den Behandlungstag. Ich schlage dann vor, sie jährlich zu kontrollieren. Wird sie undicht, tauschen wir sie unter den Schutzmaßnahmen aus, die dafür vorgesehen sind.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Mythos 5: „Kieferschmerzen sind Kopfsache“ – warum ganzheitliche Zahnärzte auf die Funktion schauen
Urteil: überwiegend falsch. Der wahre Kern ist die psychische Belastung als Mitverursacher.
Belegt ist: Zähneknirschen, fachlich Bruxismus, führt zu messbarem Verlust an Zahnhartsubstanz und ist mit Beschwerden im Kiefergelenk und in der Kaumuskulatur verbunden. Das Beschwerdebild dahinter heißt Craniomandibuläre Dysfunktion. Eine CMD-Diagnostik findet Ursachen, die bei einer reinen Zahnbetrachtung unentdeckt bleiben.
Erfahrungswert, keine gesicherte Evidenz: Fernwirkungen auf Nacken, Rücken und Becken. Solche Berichte gibt es häufig und sie sind ernst zu nehmen, die Studienlage trägt daraus jedoch keine kausale Aussage.
Und der Anteil, der stimmt: Psychische Belastung gilt als Mitverursacher von Bruxismus. Insofern hat „Kopfsache“ einen realen Kern. Behandelt werden muss trotzdem der Zahn, denn der Substanzverlust bleibt.
Der praktische Ertrag liegt in der Abfolge. Eine ganzheitliche Zahnbehandlung beginnt mit der funktionellen Analyse; die definitive Versorgung folgt danach. Eine aufwendige Rekonstruktion auf einem Biss, dessen Funktion nicht geklärt ist, steht auf einem Fundament, das sich noch bewegt. Für ganzheitliche Zahnärzte ist die Reihenfolge deshalb Teil der Diagnostik.
Wo Zahnfehlstellungen die Ursache sind, gehört die Kieferorthopädie dazu – bei Erwachsenen in der Regel über Aligner.
Damit endet der biologische Teil der Betrachtung und der weitere ganzheitliche beginnt: Zu Materialverträglichkeit und Entzündungen kommt die Funktion des Kausystems. Beides gehört in dieselbe Behandlungsplanung.
Mythos 6: „Was ich esse und was mein Stoffwechsel macht, hat mit dem Zahnarzt nichts zu tun“ – Ernährung, Mikrobiom und Vitamin D3
Urteil: falsch. Der Zusammenhang zwischen Zucker und Karies ist einer der bestbelegten der Zahnmedizin.
Freie Zucker sind der zentrale Faktor bei der Kariesentstehung, und entscheidend ist dabei die Häufigkeit stärker als die Menge. Sechs über den Tag verteilte gesüßte Kaffees belasten den Zahn mehr als ein Stück Kuchen am Nachmittag, weil der Zahn nach jeder Zuckerzufuhr Zeit zur Remineralisierung braucht.
Der Mikrobiom-Teil, sachlich: Karies ist keine Infektion mit einem einzelnen Keim, sondern eine Verschiebung im mikrobiellen Gleichgewicht des Mundes. Gesteuert wird diese Verschiebung durch das Nahrungsangebot.
Häufig übersehen werden Säuren. Softdrinks, Zitrusfrüchte und stiller Reflux führen zu Erosionen, also zu Substanzverlust ohne Karies. Putzen direkt nach dem Säurekontakt verstärkt ihn.
So weit der Teil, der über den Teller läuft. Der zweite Teil betrifft den Stoffwechsel, und hier liegt der Grund, warum Vitamin D3 in einer zahnmedizinischen Beratung überhaupt vorkommt. Vitamin D3 ist die Vorstufe eines Hormons, aus dem der Körper Calcitriol bildet, einen Regler des Knochenstoffwechsels. Für die Zahnmedizin ist das relevant, weil das Einwachsen eines Implantats in den Kieferknochen und die Regeneration nach einer Parodontitis-Behandlung ein funktionierendes Knochen- und Stoffwechselgleichgewicht voraussetzen. Vor umfangreichen chirurgischen Eingriffen sprechen wir deshalb über den Vitamin-D-Status.
Nicht belegt: dass sich fortgeschrittene Karies über Ernährung zurückbildet, dass Ölziehen Defekte schließt, und dass eine Kapsel Vitamin D den Erfolg einer Implantation sichert. Eine beginnende Entkalkung im Schmelz kann remineralisieren, ein Defekt in der Zahnsubstanz nicht.
Mythos 7: „Eigenblut und Laser – das ist doch alles Alternativmedizin“ – wo alternative Zahnheilkunde aufhört und Evidenz anfängt
Urteil: falsch. PRGF und photodynamische Therapie sind dokumentierte Verfahren.
Zwei Verfahren aus unserem Spektrum klingen nach Alternativmedizin und sind es nicht.
Belegt und Bestandteil unseres Spektrums: PRGF steht für Plasma Rich in Growth Factors. Aus einer Blutprobe wird ein Konzentrat körpereigener Wachstumsfaktoren gewonnen und in das Operationsgebiet eingebracht. Weil es sich um ein körpereigenes Produkt handelt, ist die Anwendung gut verträglich; sie unterstützt die Wundheilung und kann das Infektionsrisiko nach einem Eingriff senken. Das Blut liefert hier Baumaterial für die Heilung.
Bei Parodontitis und Periimplantitis setzen wir die photodynamische Therapie ein. Sie wirkt rein lokal, kommt ohne zusätzliche Antibiotikagabe aus und ergänzt die mechanische Reinigung dort, wo Instrumente an ihre Grenzen kommen. Wie beide Verfahren im Einzelnen ablaufen, steht auf der Leistungsseite.
Was unter alternative Zahnheilkunde fällt, definieren naturheilkundliche Zahnärzte dagegen sehr unterschiedlich. Nicht Bestandteil unseres Konzepts: Kinesiologie, Bioresonanz und Homöopathie. Wir stützen unsere Entscheidungen auf den zahnmedizinischen Befund und auf Verfahren mit dokumentierter Wirksamkeit.
Unter biologische Zahnmedizin fällt bei uns gewöhnliche Zahnmedizin mit erweiterter Fragestellung: die Auswahl der Materialien, dreidimensionale Diagnostik vor chirurgischen Eingriffen, konsequentes Entzündungsmanagement und die Zusammenarbeit über das eigene Fach hinaus.
Diese Zusammenarbeit ist die Stelle, an der ganzheitliche Zahnmedizin ihre Grenzen anerkennt. Bei Verdacht auf eine Materialsensibilisierung geht die Abklärung an die Allergologie, bei internistischen Fragen an die Hausärztin. Wir liefern den zahnmedizinischen Befund und ordnen ihn ein. Dass unser Einzugsgebiet über die Stadt hinaus in die Metropolregion Nürnberg reicht, hat einen einfachen Grund: Ganzheitlich arbeitende Zahnärzte sind dünn gesät, und für diese Fragestellung nehmen Patienten Wege in Kauf.
Naturheilkundlicher Zahnarzt: was das in der Praxis bedeutet – und was nicht
Ein naturheilkundlicher Zahnarzt ersetzt keine Zahnmedizin, er ergänzt sie um Fragen der Verträglichkeit und der Belastung. Ein alternativer Zahnarzt im Sinne eines Ersatzes für Bohrer und Chirurgie ist bei uns nicht zu finden: Wir sind eine chirurgisch geprägte Praxisklinik. Ein ganzheitlicher Zahnarzt bleibt in erster Linie Zahnarzt. Dr. Jochen K. Alius hat Masterabschlüsse in Implantologie und Parodontologie und arbeitet seit über drei Jahrzehnten klinisch. Auf dieser Basis setzt die biologische Fragestellung auf.
„Ich sage Patienten, wo mein Fach endet. Für den Mund bin ich zuständig, für den Stoffwechsel die Internistin, für die Allergie der Allergologe. Diese Zuständigkeiten zu kennen, gehört für mich zum ganzheitlichen Arbeiten.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Die sieben Urteile im Überblick – und was ganzheitlich gesunde Zähne wirklich brauchen
„Zähne haben mit dem Rest des Körpers nichts zu tun“ – falsch, der Zusammenhang ist belegt. „Metallfrei ist Geschmackssache“ – halb richtig, es gibt klare Indikationen. „Störfelder im Kiefer sind erfunden“ – zur Hälfte richtig, der entzündete Herd ist real, die Organzuordnung nicht. „Amalgam entfernen kann jeder“ – falsch, die Technik entscheidet. „Kieferschmerzen sind Kopfsache“ – überwiegend falsch, mit einem realen Kern bei der psychischen Belastung. „Was ich esse, hat mit dem Zahnarzt nichts zu tun“ – falsch, Häufigkeit und Stoffwechsel entscheiden mit. „Eigenblut und Laser sind Alternativmedizin“ – falsch, beides ist dokumentiert.
Auffällig ist, wie unterschiedlich die Urteile ausfallen. Dieses Feld ist kein Block, den man als Ganzes glauben oder ablehnen muss. Genau daran erkennen Sie eine seriöse Praxis: Ein ganzheitlicher Zahnarzt sagt, was ein Befund hergibt und was nicht. Eine gute ganzheitliche Zahnarztpraxis erklärt, warum ein Material gewählt wurde, und nicht nur, dass es metallfrei ist. Sie räumt ein, wenn eine Frage außerhalb der Zahnmedizin liegt. Ganzheitlich gesunde Zähne sind das Ergebnis dieser Nüchternheit.
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Wo Sie uns finden – und wann ein Gespräch über biologische Zahnmedizin in Nürnberg sinnvoll ist
Sinnvoll ist der Termin, wenn Sie eine konkrete Frage mitbringen: ein Material, das Sie nicht verträgt, einen wurzelbehandelten Zahn, der Ihnen keine Ruhe lässt, eine anstehende Versorgung, bei der Sie die Materialwahl verstehen wollen. Für allgemeine Beruhigung braucht es keinen Zahnarzt.
Unsere Praxisklinik liegt am Hallplatz 2, 90402 Nürnberg, in der historischen Mauthalle. „Zahnklinik Nürnberg“ gehört zu den häufigsten Suchanfragen in diesem Zusammenhang, und gemeint ist meist das, was in diesem Gebäude steht: eigener OP-Bereich, Narkosemöglichkeit und ein Meisterlabor unter einem Dach. Als Ihr Zahnarzt in Nürnberg für biologische und ganzheitliche Zahnmedizin behandeln wir hier auch Patientinnen und Patienten, die dafür längere Wege in Kauf nehmen.
Mit dem Auto kommen Sie über den Frankenschnellweg, der A3, A6 und A9 anbindet; parken können Sie im Parkhaus Frauengasse oder im Parkhaus Sterntor. Vom Nürnberger Hauptbahnhof sind es drei Minuten zu Fuß, was für Patientinnen und Patienten aus Schwabach oder Zirndorf meist der bequemere Weg ist. Mit der U-Bahn steigen Sie an der U1-Station Lorenzkirche aus und gehen wenige Schritte über die Königstraße. Aus St. Johannis und Wöhrd sind es zu Fuß oder mit dem Rad nur wenige Minuten in die Altstadt.
Über den Autoren

Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Zahnarzt in Nürnberg | Spezialist für Implantologie & moderne Zahnmedizin
Dr. med. dent. Jochen K. Alius ist Gründer der Praxisklinik in der Mauthalle in Nürnberg – spezialisiert auf Implantologie, ästhetische und ganzheitliche Zahnmedizin. Mit zwei Masterabschlüssen, mehr als 5.000 gesetzten Implantaten und Mitgliedschaften in DGI, DGOI und ICOI schreibt er über moderne Zahnmedizin – klar, ehrlich und wissenschaftlich fundiert.
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Dr. Alius beantwortet Ihre Fragen zur biologischen Zahnmedizin
Der Unterschied liegt in zwei zusätzlichen Fragen: Passt das Material zu diesem Patienten, und gibt es eine Entzündung, die bisher niemand gesucht hat. Gearbeitet wird mit derselben Chirurgie und derselben Prothetik wie in jeder gut ausgestatteten Praxis: Eine Karies bleibt eine Karies, ein Knochendefekt bleibt ein Knochendefekt. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Die Materialfrage steht vor der Versorgung und nicht danach, entzündliche Prozesse werden abgeklärt, bevor definitiv versorgt wird, und vor chirurgischen Eingriffen steht eine dreidimensionale Diagnostik. Wer eine grundsätzlich andere Zahnmedizin erwartet, wird enttäuscht. Übrigens: Wer „ganzheitlicher Zahnarzt Nürnberg“ oder „biologischer Zahnarzt Nürnberg“ sucht, landet meist bei denselben Praxen.
Gesucht wird das sehr unterschiedlich – „biologischer Zahnarzt in meiner Nähe“, „bio Zahnarzt“, „bio Zahnmedizin“, „bio-Zahnmedizin“. Was man findet, sind vor allem Selbstbeschreibungen, denn keiner dieser Begriffe ist geschützt. Vier Angaben lassen sich dagegen überprüfen: Mitgliedschaften in Fachgesellschaften wie DEGUZ oder ISMI, die man sich belegen lassen kann; dreidimensionale Diagnostik im Haus statt Überweisung dafür; ein nachvollziehbares Vorgehen bei der Amalgamentfernung; und die Bereitschaft, an Allergologie oder Innere Medizin zu überweisen. Fragen Sie im Erstgespräch genau danach. Eine Praxis, die auf diese vier Punkte konkret antwortet, hat sich mit dem Thema befasst – eine, die allgemein bleibt, meist nicht.
Achten Sie darauf, was eine Praxis ausschließt. Ein ganzheitlicher Zahnarzt in der Nähe, der auf jede Frage eine Antwort hat und keine Grenze benennt, ist das schlechtere Zeichen. Eine ganzheitliche Zahnarztpraxis arbeitet seriös, wenn sie sagt, welche Aussage belegt ist, welche auf Erfahrung beruht und welche Frage in ein anderes Fachgebiet gehört. Ein zweiter Prüfstein: Wird Ihnen der Befund gezeigt und erklärt, oder nur ein Ergebnis mitgeteilt. Ein dritter: Wie wird über bestehende Versorgungen gesprochen. Wer bei jeder alten Füllung und jedem wurzelbehandelten Zahn sofort zum Austausch rät, arbeitet nach Schema und nicht nach Befund.
Weiter als für eine Kontrolluntersuchung. Ganzheitliche Zahnmedizin in der Nähe ist für viele nicht wörtlich zu nehmen: In die Nürnberger Altstadt kommen Patientinnen und Patienten regelmäßig aus Lauf an der Pegnitz und Neumarkt in der Oberpfalz, weil diese Fragestellung seltener angeboten wird als eine allgemeine zahnärztliche Versorgung. Sinnvoll ist eine Aufteilung: Was die Ausstattung der Praxisklinik braucht, findet hier statt – die dreidimensionale Diagnostik, chirurgische Eingriffe und Behandlungen unter Sedierung oder Narkose. Kontrolltermine und die professionelle Zahnreinigung lassen sich anschließend meist wohnortnah organisieren. Für das Erstgespräch mit Diagnostik lohnt der einmalige Weg deshalb auch aus größerer Entfernung.
Die Auswahl biokompatibler Materialien, konsequentes Entzündungsmanagement und die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen. Dazu zählen zwei Verfahren, die auf den ersten Blick unkonventionell wirken und trotzdem dokumentiert sind: die photodynamische Therapie bei Parodontitis, die ohne zusätzliche Antibiotikagabe auskommt, und PRGF mit körpereigenen Wachstumsfaktoren zur Unterstützung der Wundheilung. Nicht dazu gehören Kinesiologie, Bioresonanz und Homöopathie. Ein alternativer Zahnarzt im Sinne eines Verzichts auf Chirurgie ist damit nicht gemeint – wenn Ihnen diese Verfahren wichtig sind, sagen wir Ihnen offen, dass Sie bei uns nicht die richtige Adresse haben. Zur Begriffsverwirrung: Naturheilkunde Zahnarzt, Naturheilkunde Zahnmedizin und Zahnarzt Naturheilverfahren werden von Praxis zu Praxis unterschiedlich verwendet, und genau darin liegt das Problem.
Bei einem konkreten Verdacht, nicht als Routine. Anlass sind wiederkehrende Beschwerden der Mundschleimhaut an der Stelle eines bestehenden Materials, eine bekannte Kontaktallergie oder eine Reaktion in der Vorgeschichte. Umweltzahnmedizinisch geschulte Kolleginnen und Kollegen ordnen den zahnmedizinischen Befund ein. Ob eine Sensibilisierung oder ein erhöhtes Risiko vorliegt, lässt sich vor einer Implantation durch Laboranalytik abklären; bei allergologischen Fragestellungen arbeiten wir zusätzlich mit der Allergologie zusammen. Ein solcher Befund beschreibt eine Reaktionsbereitschaft, er erklärt nicht automatisch bestehende Beschwerden – und ein unauffälliges Ergebnis schließt nicht jede Unverträglichkeit aus. Eine Testung ohne klinischen Befund erzeugt deshalb Werte, aber keine Erkenntnis.
Sinnvoll bei defekter oder undichter Füllung, bei nachgewiesener Sensibilisierung oder auf Ihren ausdrücklichen Wunsch nach Aufklärung. Nicht sinnvoll bei einer dichten, beschwerdefreien Füllung ohne Befund, denn die höchste Quecksilberfreisetzung entsteht während der Entfernung. Wenn Amalgam entfernen indiziert ist, arbeiten wir mit niedertourigen Schleifkörpern, die weniger Wärme und weniger Aerosol erzeugen, und mit einer speziellen Absaugtechnik. An die Stelle der alten Füllung treten je nach Größe des Defekts Kompositfüllungen des Schweizer Herstellers SAREMCO oder, bei größerem Substanzverlust, ein Inlay oder Onlay. Neue Amalgamfüllungen sind in der Europäischen Union seit Januar 2025 ohnehin nicht mehr zulässig.
Für drei Gruppen: Menschen mit nachgewiesener Metallsensibilisierung, Menschen mit dünnem Zahnfleisch im sichtbaren Frontzahnbereich, wo bei Titan ein grauer Schimmer durchscheinen kann, und Menschen, die sich nach vollständiger Aufklärung ausdrücklich für eine metallfreie Versorgung entscheiden. Ein Keramikimplantat ist gut dokumentiert, hat aber weniger Langzeitdaten als Titan. Systemwahl und Nachsorge wiegen deshalb schwerer, ohne dass das Material unsicher wäre. Mitentscheidend sind außerdem das Knochenangebot an der geplanten Position und die Kaulast, die dort wirkt – im Seitenzahnbereich gelten andere Anforderungen als im Frontzahnbereich. Diese Abwägung gehört ins Gespräch und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Titan gilt als sehr gut verträglich und ist seit Jahrzehnten der Standard. Beschrieben ist bei einem kleineren Teil der Patientinnen und Patienten eine Fremdkörperreaktion mit lokaler Entzündung; ob eine Sensibilisierung oder ein erhöhtes Risiko vorliegt, lässt sich vor der Implantation durch Laboranalytik abklären. Deutlich häufiger sind Probleme ohne Materialbezug: Entzündungen des Gewebes um das Implantat infolge unzureichender Nachsorge. Statistisch ist die Nachsorge damit der größere Hebel – gemeint sind die regelmäßige Kontrolle der Sondierungstiefen, die professionelle Reinigung der Implantatoberfläche und das Erkennen einer beginnenden Entzündung, bevor der Knochen betroffen ist.
Mit Ärztinnen und Ärzten regelmäßig: bei Materialfragen mit der Allergologie, bei internistischen Zusammenhängen mit Hausärzten und Diabetologie. Auch mit Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern gibt es Berührungspunkte, wenn Patienten dort in Behandlung sind. Was wir dafür bereitstellen, ist konkret: den zahnmedizinischen Befund, die Auswertung der dreidimensionalen Diagnostik und eine Einordnung, welche Beobachtung sich zahnmedizinisch erklären lässt und welche nicht. Umgekehrt bitten wir um den Befund der anderen Seite, wenn er für die zahnmedizinische Planung relevant ist. Empfehlungen außerhalb unseres Fachgebiets geben wir nicht ab.
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