Eine Periimplantitis beginnt fast immer leise. Kein Schmerz, nur etwas Blut beim Zähneputzen oder ein leicht geschwollener Zahnfleischrand. Genau deshalb wird die Entzündung am Zahnimplantat oft erst bemerkt, wenn bereits Knochen verloren gegangen ist. Welche fünf Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten, wie dringend jedes einzelne ist und wann ein Implantat noch zu retten ist, erklärt Dr. med. dent. Jochen K. Alius, Zahnarzt in Nürnberg mit Masterabschlüssen in Implantologie und Parodontologie.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Periimplantitis? Definition und Vorstufe
- Periimplantitis-Symptome: Die 5 Warnzeichen im Überblick
- Selbstcheck: Implantat auf Periimplantitis prüfen
- Ursachen: Wie Periimplantitis entsteht
- Periimplantitis-Behandlung: So läuft die Therapie ab
- Implantat retten oder entfernen bei Periimplantitis?
- Helfen Hausmittel bei Periimplantitis?
- Periimplantitis vorbeugen: Pflege und Nachsorge
- Periimplantitis: Das Wichtigste auf einen Blick
- Periimplantitis-Behandlung beim Zahnarzt in Nürnberg
- Fragen & Antworten zur Periimplantitis
Was ist Periimplantitis?
Periimplantitis ist eine bakteriell ausgelöste Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, bei der neben dem Zahnfleisch auch der Kieferknochen abgebaut wird. Man liest auch die Schreibweisen Peri-Implantitis oder Peri Implantitis, umgangssprachlich ist oft einfach von einer Implantitis oder einer Entzündung am Implantat die Rede. Das Implantat selbst entzündet sich nicht. Betroffen ist das, was es hält: Schleimhaut und Knochen. Schreitet die Periimplantitis fort, verliert das Implantat nach und nach seinen Halt.
Am natürlichen Zahn kennt man dieses Geschehen als Parodontitis. Am Implantat fehlen allerdings die feinen Fasern, die einen natürlichen Zahn im Knochen aufhängen und Bakterien eine zusätzliche Barriere entgegensetzen. Eine Periimplantitis kann sich deshalb leichter in die Tiefe ausbreiten. Wie ein Implantat aufgebaut ist und wie es geplant und eingesetzt wird, erklären wir auf unserer Seite zur Implantatbehandlung in Nürnberg.

Was ist die Vorstufe der Periimplantitis?
Jeder Periimplantitis geht eine sogenannte periimplantäre Mukositis voraus. Dabei ist nur die Schleimhaut am Implantat entzündet, der Knochen ist noch intakt. Eine Mukositis lässt sich in der Regel vollständig ausheilen, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Bleibt sie unbemerkt, kann die Entzündung auf den Knochen übergreifen. Aus der Mukositis wird dann eine Periimplantitis.
Entzündung nach dem Zahnimplantat: Ist das schon Periimplantitis?
Nein, nicht unbedingt. Schwellung, leichte Schmerzen und ein empfindliches Zahnfleisch in den ersten Tagen nach dem Einsetzen gehören zur normalen Wundheilung und klingen in der Regel innerhalb einer Woche ab. Eine Periimplantitis entwickelt sich dagegen meist erst Monate oder Jahre später, wenn das Implantat längst eingeheilt ist. Halten die Beschwerden nach der Implantation länger an oder werden stärker, sollten Sie sich trotzdem melden.
Wie häufig tritt Periimplantitis auf?
Häufiger, als viele Patienten denken. Eine viel zitierte wissenschaftliche Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass rund 43 Prozent der Implantatpatienten eine Mukositis und rund 22 Prozent eine Periimplantitis entwickeln. Die Spanne zwischen den einzelnen Studien ist groß, und je länger ein Implantat im Mund ist, desto häufiger tritt die Periimplantitis auf. Für Patienten heißt das: Ein Implantat braucht ein Leben lang Aufmerksamkeit.
Periimplantitis-Symptome: Woran erkennen Sie die 5 Warnzeichen?
Wie macht sich eine Periimplantitis bemerkbar, und welche Implantitis-Symptome sollten Sie kennen? Meist zunächst gar nicht durch Schmerzen. Die ersten Anzeichen sind unscheinbar, und gerade deshalb lohnt es sich, sie zu kennen. Die fünf Warnzeichen einer Periimplantitis sind nach ihrem Auftreten geordnet: von den ersten, leichten Anzeichen bis zu den Zeichen einer fortgeschrittenen Entzündung. Was Sie bei welchem Zeichen tun sollten, zeigt die Übersicht am Ende des Abschnitts.
1. Zahnfleischbluten am Implantat
Blutet das Zahnfleisch rund um das Implantat beim Putzen oder bei der Reinigung mit Interdentalbürsten, ist das das früheste Warnzeichen. Gesundes Gewebe um ein Implantat blutet nicht. Meist steckt in diesem Stadium noch eine gut behandelbare Mukositis dahinter und noch keine Periimplantitis. Blutet es nur einmal nach einer ungewohnt kräftigen Reinigung, ist das meist harmlos. Blutet es immer wieder, ist es ein Signal, eine beginnende Periimplantitis auszuschließen.
2. Entzündung am Zahnimplantat: gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
Ein entzündeter Zahnfleischrand wirkt dunkelrot statt blassrosa, ist geschwollen und manchmal druckempfindlich. Ist das Zahnfleisch am Zahnimplantat entzündet, halten viele Patienten das für eine harmlose Reizung, etwa durch einen Speiserest oder eine neue Zahnbürste. Dabei kann es das erste sichtbare Zeichen einer Periimplantitis sein.
3. Schlechter Geschmack und Mundgeruch
Ein unangenehmer Geschmack, der immer an derselben Stelle auftritt, oder anhaltender Mundgeruch trotz guter Pflege deuten darauf hin, dass sich Bakterien in einer vertieften Zahnfleischtasche am Implantat angesiedelt haben. Das spricht dafür, dass sich eine Periimplantitis entwickelt.
4. Eiter am Implantat
Tritt bei Druck auf das Zahnfleisch Eiter oder eine trübe Flüssigkeit aus, ist die Periimplantitis bereits fortgeschritten. Eiter zeigt, dass die Entzündung aktiv ist und sich in der Tiefe ausbreitet.
5. Zahnfleischrückgang und lockeres Implantat
Zieht sich das Zahnfleisch zurück und werden Teile des Implantats oder dunkle Ränder sichtbar, hat die Periimplantitis bereits Knochen abgebaut. Ein Implantat, das sich bewegt, ist das späteste Warnzeichen. In diesem Stadium ist der Knochenabbau oft so weit fortgeschritten, dass sich das Implantat nicht mehr erhalten lässt.
Die 5 Warnzeichen einer Periimplantitis im Überblick
| Warnzeichen | Was es bedeuten kann | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| Zahnfleischbluten | beginnende Entzündung (Mukositis) | bei wiederholtem Bluten in den nächsten 1–2 Wochen abklären |
| Rötung und Schwellung | Entzündung am Zahnfleischrand | in den nächsten 1–2 Wochen abklären, bei Zunahme oder Schmerzen sofort |
| Schlechter Geschmack | Bakterien in einer vertieften Tasche | zeitnah Termin vereinbaren |
| Eiter | aktive, fortgeschrittene Entzündung | umgehend melden, bei geschwollener Wange oder Fieber am selben Tag |
| Zahnfleischrückgang, lockeres Implantat | Knochenabbau | so schnell wie möglich untersuchen lassen |
„Geschwollenes Zahnfleisch, Blut am Implantat, ein schlechter Geschmack im Mund oder sogar Eiter, wenn man draufdrückt: Bei solchen Anzeichen sollte man auf jeden Fall zum Zahnarzt gehen und es abklären lassen. Mit einem Röntgenbild sehen wir, wie es um den Knochen rund um das Implantat steht. Ist er noch stabil, ist alles gut. Wenn nicht, sollte man es angehen, bevor mehr verloren geht.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Schmerzen gehören übrigens nicht zu den verlässlichen Warnzeichen. Eine Periimplantitis kann lange völlig schmerzfrei verlaufen. Wer sich auf Schmerzen als Alarmsignal verlässt, bemerkt die Erkrankung oft erst spät.
Selbstcheck: Wie prüfen Sie Ihr Implantat auf Periimplantitis?
Einmal im Monat lohnt sich ein kurzer Blick auf Ihre Implantate, um eine Periimplantitis früh zu erkennen. Der Selbstcheck dauert nur zwei Minuten:
- Ansehen: Prüfen Sie vor dem Spiegel bei gutem Licht, ob der Zahnfleischrand am Implantat blassrosa und straff oder rot und geschwollen ist.
- Reinigen: Gehen Sie mit einer passenden Interdentalbürste um das Implantat herum und achten Sie darauf, ob es blutet.
- Leicht drücken: Drücken Sie mit einer sauberen Fingerkuppe sanft auf das Zahnfleisch neben dem Implantat. Tritt Flüssigkeit oder Eiter aus?
- Schmecken und riechen: Fällt Ihnen an einer Stelle immer wieder ein unangenehmer Geschmack auf?
- Nicht rütteln: Ob das Implantat fest sitzt, prüft Ihr Zahnarzt. Bitte nicht selbst daran ziehen oder wackeln.
Ist alles unauffällig, reicht der nächste reguläre Kontrolltermin. Ein unauffälliger Selbstcheck ersetzt aber nicht die Kontrolle in der Praxis. Den Knochen rund um das Implantat sieht man von außen nicht. Ob die Periimplantitis dort bereits Spuren hinterlassen hat, zeigt erst das Röntgenbild.
Wie sieht eine Periimplantitis aus? Bilder und Röntgenbefund
Auf Bildern zeigt sich eine Periimplantitis meist als geröteter, geschwollener Zahnfleischrand, der sich mit der Zeit zurückzieht. Das Entscheidende ist von außen aber nicht sichtbar: der Knochenabbau. Im Röntgenbild erscheint der Knochenabbau bei Periimplantitis typischerweise als trichterförmiger Defekt rund um das Implantat. Zusätzlich misst der Zahnarzt mit einer feinen Sonde, wie tief die Zahnfleischtasche ist und ob sie blutet. Erst beides zusammen ergibt ein sicheres Bild.
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Wie entsteht Periimplantitis? Ursachen und Risikofaktoren
Auslöser jeder Periimplantitis ist ein bakterieller Belag, der sogenannte Biofilm. Ob daraus eine Periimplantitis wird, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab: von der Ausgangssituation beim Setzen des Implantats, von der Pflege und von der allgemeinen Gesundheit.
Welche Rolle spielen Planung, Implantatposition und Zahnersatz?
Eine große. Steht ein Implantat nicht in der idealen Achse, fehlt Knochen oder eine stabile Schleimhaut rund um das Implantat, oder lässt sich der Zahnersatz darauf nur schwer reinigen, finden Bakterien leichter Nischen. Auch Reste von Befestigungszement unter dem Zahnfleisch gelten als Risikofaktor für Periimplantitis. Deshalb ist die enge Abstimmung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker so wichtig: Eine Krone, die gut aussieht, muss sich auch gut reinigen lassen. Bei Dr. Alius & Kollegen entsteht der Zahnersatz auf Implantaten im praxiseigenen Dentallabor, Tür an Tür mit dem Behandlungsraum.
„Eine Periimplantitis entsteht selten aus heiterem Himmel. Oft liegt die Ursache schon in der Ausgangssituation: in der Position des Implantats, im Knochenaufbau, in der Schleimhaut oder im Zahnersatz. Deshalb klären wir bei jeder Entzündung zuerst, warum sie entstanden ist. Sonst behandelt man nur die Folge und nicht den Grund.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Parodontitis, Rauchen, Diabetes: Wer hat ein höheres Periimplantitis-Risiko?
Manche Patienten tragen ein deutlich höheres Risiko als andere:
- Parodontitis in der Vorgeschichte: Wer Zähne durch eine Zahnbettentzündung verloren hat oder an anderen Zähnen noch eine aktive Entzündung hat, trägt die verantwortlichen Bakterien weiter im Mund. Eine Parodontitis-Behandlung vor der Implantation senkt das Risiko einer Periimplantitis am neuen Implantat deutlich.
- Rauchen: Nikotin verengt die Gefäße im Zahnfleisch, das schwächt die Abwehr und verschleiert gleichzeitig Warnzeichen wie Bluten.
- Diabetes: Ist der Blutzucker schlecht eingestellt, heilen Entzündungen schlechter ab und breiten sich leichter aus.
- Lücken in der Nachsorge: Ohne regelmäßige professionelle Reinigung bleibt Biofilm genau dort zurück, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.
Dazu kommt die individuelle Veranlagung. Manche Menschen reagieren auf Bakterien von Natur aus mit stärkeren Entzündungen. Hinweise darauf können bestimmte Entzündungsbotenstoffe wie Interleukin-1 oder TNF-alpha geben, die sich über einen Bluttest bestimmen lassen. Ein solcher Test sagt eine Periimplantitis nicht sicher voraus, kann aber helfen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
Titan oder Keramik: Beeinflusst das Material das Periimplantitis-Risiko?
Die Mehrzahl der Implantate besteht aus Titan, dem am besten erforschten Material. Daneben gibt es Keramikimplantate aus Zirkonoxid, die in der Praxisklinik in der Mauthalle etwa bei Metallunverträglichkeiten oder im Rahmen ganzheitlicher Behandlungskonzepte eingesetzt werden. Ob Keramik das Periimplantitis-Risiko senkt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Dr. Alius hat dazu aus seiner langjährigen Erfahrung eine klare Beobachtung:
„Auf Keramik lagert sich Plaque schlechter an als auf Titan. Stellen Sie sich einen Teller aus Keramik und einen aus Metall vor: Den Keramikteller bekommen Sie leichter sauber. Im Mund ist es genauso. Deshalb arbeite ich beim Zahnersatz grundsätzlich mit Keramik. Aus meiner Beobachtung tritt eine Periimplantitis an Titanimplantaten häufiger auf. Trotzdem braucht man Titan weiterhin, nicht jeder Fall lässt sich mit Keramik lösen.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Wie läuft eine Periimplantitis-Behandlung ab?
Was macht der Zahnarzt bei einer Periimplantitis? Bevor behandelt wird, muss klar sein, warum die Periimplantitis entstanden ist. Nur dann lässt sich verhindern, dass sie nach der Therapie wiederkommt.
Verdacht auf Periimplantitis: So läuft Ihr Termin bei Dr. Alius & Kollegen ab
Gespräch: Zuerst sprechen wir über Ihre Beschwerden, Ihre Allgemeingesundheit und Ihre Medikamente. Wurde Ihr Implantat in einer anderen Praxis gesetzt, bringen Sie, wenn vorhanden, den Implantatpass mit. Darin stehen Hersteller und Typ des Implantats.
Untersuchung: Die wichtigsten Hinweise auf eine Periimplantitis liefert die Untersuchung. Mit einer feinen Sonde messen wir die Tiefe der Zahnfleischtasche, prüfen, ob sie blutet oder Eiter austritt, und ob das Implantat fest sitzt.
Röntgen: Ein Röntgenbild zeigt, wie viel Knochen die Periimplantitis bereits abgebaut hat. Bei Bedarf liefert ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT) genauere Informationen über Form und Ausmaß des Knochendefekts.
Ursachenanalyse: Dann suchen wir den Auslöser der Periimplantitis und prüfen, ob das Implantat in der richtigen Position steht, ob genug Knochen und Schleimhaut vorhanden sind und ob sich der Zahnersatz gut reinigen lässt.
Besprechung: Am Ende erklären wir Ihnen den Befund, besprechen ehrlich, ob sich das Implantat erhalten lässt, und erstellen einen Behandlungsplan mit schriftlichem Kostenplan.
Nicht-chirurgische Periimplantitis-Therapie: Was passiert dabei?
In frühen Stadien lässt sich eine Periimplantitis oft ohne Operation behandeln. Ziel ist es, den Biofilm vollständig von der Implantatoberfläche zu entfernen, ohne diese zu beschädigen. Dafür eignen sich schonende Verfahren wie das Pulverstrahlgerät Airflow Perio, Ultraschall und spezielle Handinstrumente. Unterstützend können antibakterielle Lösungen oder Antibiotika direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht werden. Auch Laser und die photodynamische Therapie, bei der ein Farbstoff durch Licht aktiviert wird und Bakterien abtötet, kommen in der Periimplantitis-Therapie zum Einsatz. Lässt sich der Zahnersatz schlecht reinigen, wird er angepasst.
Nach einigen Wochen kontrollieren wir, ob die Periimplantitis abgeklungen ist. Ist das der Fall, folgt eine engmaschige Nachsorge.
Wann ist eine Periimplantitis-Operation mit Knochenaufbau nötig?
Reicht die Reinigung nicht aus, um die Periimplantitis zu stoppen, oder sind die Zahnfleischtaschen sehr tief, wird die Implantatoberfläche in einem kleinen chirurgischen Eingriff freigelegt und unter Sicht gereinigt. Je nach Form des Knochendefekts lässt sich verlorener Knochen dabei teilweise wieder aufbauen. Solche Eingriffe finden bei Dr. Alius & Kollegen im eigenen OP-Bereich statt, auf Wunsch in Sedierung oder unter Vollnarkose, begleitet von einem erfahrenen Anästhesieteam.
Kann ein Implantat mit Periimplantitis gerettet werden?
Oft ja, vor allem wenn die Periimplantitis früh erkannt wird. Je mehr Knochen noch vorhanden ist, desto besser sind die Chancen. Bei fortgeschrittenem Knochenabbau stößt die Behandlung allerdings an Grenzen. Dann stellt sich die Frage, ob sich der Erhalt noch lohnt.
Zahnimplantat entfernen: Wann ist das die bessere Lösung?
Ist der Knochen durch die Periimplantitis bereits stark abgebaut, sitzt das Implantat locker oder liegt die Ursache in einer Fehlposition, die sich nicht korrigieren lässt, ist die Entfernung des Implantats oft die bessere Entscheidung. Wer zu lange an einem stark geschädigten Implantat festhält, riskiert, dass noch mehr Knochen verloren geht und eine neue Versorgung schwieriger wird.
„Manche Dinge kann man an einem Implantat nicht mehr korrigieren. Dann ist es besser, ehrlich zu sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken. Wir entfernen das Implantat, lassen den Knochen sich regenerieren und setzen danach ein neues. So kann man aus dem lernen, was beim ersten Mal zum Problem geführt hat.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Neues Implantat nach Periimplantitis: Wie geht es weiter?
Nach der Entfernung muss die Periimplantitis zunächst vollständig ausheilen. Danach wird der Knochen beurteilt und, wenn nötig, aufgebaut. Erst dann folgt ein neues Implantat. Dieser Weg dauert einige Monate, schafft aber eine stabile Grundlage. Entscheidend ist, dass die Ursache der ersten Periimplantitis behoben wird, etwa durch eine bessere Position, ausreichend Schleimhaut oder einen gut reinigbaren Zahnersatz.
Helfen Hausmittel bei Periimplantitis?
Kann man Periimplantitis selbst behandeln? Die ehrliche Antwort lautet nein. Spülungen mit Salzwasser, Kamille oder Teebaumöl, naturheilkundliche Mittel und homöopathische Präparate werden im Internet häufig empfohlen. Sie können das Zahnfleisch kurzfristig beruhigen. Eine Periimplantitis heilen können sie nicht. Der Biofilm haftet fest auf der rauen Implantatoberfläche und tief in der Zahnfleischtasche, dort erreicht ihn kein Mittel, das man nur spült. Während man abwartet, kann die Periimplantitis weiter Knochen abbauen, ohne dass es wehtut.
Und welche Mundspülung hilft bei Periimplantitis? Antibakterielle Spüllösungen, etwa mit Chlorhexidin, können eine professionelle Periimplantitis-Behandlung für eine begrenzte Zeit unterstützen. Dauerhaft angewendet können sie Zähne verfärben und den Geschmackssinn beeinträchtigen. Welche Spülung in Ihrem Fall sinnvoll ist und wie lange, sprechen Sie am besten mit Ihrem Zahnarzt ab.

Wie können Sie Periimplantitis vorbeugen?
Die beste Behandlung ist die, die gar nicht erst nötig wird. Um einer Periimplantitis vorzubeugen, kommt es auf die tägliche Pflege zu Hause und auf die regelmäßige Kontrolle in der Praxis an.
Für die Pflege zu Hause hat sich bewährt:
- Zähneputzen zweimal täglich, mit besonderem Augenmerk auf den Übergang zwischen Implantatkrone und Zahnfleisch
- eine Zahnpasta mit geringer Schleifwirkung, damit die Oberfläche der Krone glatt bleibt
- Interdentalbürsten in passender Größe oder spezielle Implantat-Zahnseide für die Zwischenräume
- bei Brücken oder festen Zähnen auf mehreren Implantaten eine Munddusche, wenn Ihr Zahnarzt sie empfiehlt
Ebenso wichtig ist die professionelle Zahnreinigung bei Implantaten. Wie oft Sie dafür kommen sollten, legen wir individuell nach Ihrem persönlichen Periimplantitis-Risiko fest. Für viele Implantatpatienten haben sich vier Termine im Jahr bewährt, wer eine Parodontitis hatte, kommt anfangs häufiger. Gereinigt wird mit Instrumenten, die die empfindliche Implantatoberfläche nicht zerkratzen. Bei jedem Termin kontrollieren wir zudem das Zahnfleisch rund um das Implantat. So fällt eine Mukositis auf, bevor daraus eine Periimplantitis wird.
„Wenn ein Implantat nach 10, 15 oder 20 Jahren Probleme macht, hat sich meistens im Leben etwas verändert. Die Mundhygiene ist nicht mehr so gründlich, es kommen Medikamente dazu oder eine Erkrankung wie Diabetes. Deshalb ist die Nachsorge kein Pflichttermin, sondern der beste Schutz für das Implantat.“
— Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Was sollten Sie über Periimplantitis wissen? Das Wichtigste auf einen Blick
- Was ist das? Eine bakterielle Entzündung am Zahnimplantat, bei der Zahnfleisch und Kieferknochen abgebaut werden.
- Vorstufe: Die Mukositis betrifft nur die Schleimhaut und lässt sich in der Regel vollständig ausheilen.
- Warnzeichen: Bluten, Schwellung, schlechter Geschmack, Eiter, Zahnfleischrückgang und ein lockeres Implantat. Was jeweils zu tun ist, zeigt die Übersicht der Warnzeichen.
- Schmerzen: kein verlässliches Warnzeichen einer Periimplantitis, oft treten sie erst spät auf.
- Behandlung: erst die Ursache der Periimplantitis klären, dann reinigen, in fortgeschrittenen Fällen operieren oder das Implantat entfernen.
- Vorbeugen: gründliche Pflege, monatlicher Selbstcheck und professionelle Zahnreinigung im individuellen Recall.
Wie behandelt Dr. Alius Periimplantitis als Zahnarzt in Nürnberg?
Periimplantitis liegt genau an der Schnittstelle von Implantologie und Parodontologie, den beiden Fachgebieten, in denen Dr. Alius seine Masterabschlüsse erworben hat. Als Zahnarzt in Nürnberg mit Schwerpunkt Implantologie verbindet er beides: das Wissen, wie ein Implantat geplant und gesetzt wird, und die Erfahrung, wie sich Entzündungen am Zahnhalteapparat behandeln lassen.
Diagnostik mit dreidimensionalem Röntgenbild, chirurgische Eingriffe im eigenen OP-Bereich und angepasster Zahnersatz aus dem praxiseigenen Dentallabor: Für viele Patienten ist die Praxisklinik in der Mauthalle damit die Zahnklinik in Nürnberg, in der alle Schritte einer Periimplantitis-Behandlung zusammenkommen. Danach begleitet Sie das Prophylaxe-Team in der Nachsorge.
Dr. Alius & Kollegen finden Sie in der historischen Mauthalle am Hallplatz 2, eine Gehminute von der U-Bahn-Haltestelle Lorenzkirche und drei Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Patienten kommen aus der Nordstadt und der Südstadt ebenso wie aus Mögeldorf, Eibach, Ziegelstein oder Erlenstegen. Auch aus Fürth, Erlangen, Schwabach, Lauf an der Pegnitz oder Roth ist die Anfahrt kurz, mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof oder mit dem Auto bis zu den Parkhäusern Sterntor und Frauengasse.
Mehr zu Diagnostik, Planung und Versorgung lesen Sie auf unserer Seite zu Zahnimplantaten in Nürnberg.
Über den Autoren

Dr. med. dent. Jochen K. Alius M.Sc., M.Sc.
Zahnarzt in Nürnberg | Spezialist für Implantologie & moderne Zahnmedizin
Dr. med. dent. Jochen K. Alius ist Gründer der Praxisklinik in der Mauthalle in Nürnberg – spezialisiert auf Implantologie, ästhetische und ganzheitliche Zahnmedizin. Mit zwei Masterabschlüssen, mehr als 5.000 gesetzten Implantaten und Mitgliedschaften in DGI, DGOI und ICOI schreibt er über moderne Zahnmedizin – klar, ehrlich und wissenschaftlich fundiert.
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Dr. Alius beantwortet Ihre Fragen zur Periimplantitis
Das hängt vom Stadium ab. Die Vorstufe, die Mukositis, heilt bei rechtzeitiger Behandlung meist vollständig aus. Eine Periimplantitis lässt sich in vielen Fällen stoppen, sodass das Implantat erhalten bleibt. Verlorener Knochen wächst allerdings nicht von selbst nach, je nach Defekt kann er bei einer Operation teilweise wieder aufgebaut werden. Die besten Heilungschancen hat, wer früh kommt.
Die Kosten richten sich nach dem Stadium der Periimplantitis. Eine nicht-chirurgische Behandlung ist deutlich günstiger als eine Operation mit Knochenaufbau oder die Entfernung und der Ersatz eines Implantats. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Zahnärzte. Einen verlässlichen Betrag nennen wir Ihnen nach der Untersuchung in einem schriftlichen Kostenplan.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlung einer Periimplantitis in der Regel nicht, sie gilt als Privatleistung. Private Krankenversicherungen und viele Zahnzusatzversicherungen erstatten die Kosten je nach Tarif ganz oder teilweise. Am besten reichen Sie den Kostenplan aus der Praxis vorab bei Ihrer Versicherung ein.
Eine nicht-chirurgische Periimplantitis-Behandlung umfasst meist ein bis zwei Termine, gefolgt von einer Kontrolle nach einigen Wochen. Ist eine Operation nötig, kommt eine Heilungsphase von mehreren Wochen hinzu, bei einem Knochenaufbau auch mehrere Monate. Danach beginnt die dauerhafte Nachsorge.
Für die allgemeine Gesundheit ist eine Periimplantitis in der Regel keine akute Gefahr. Für das Implantat aber schon: Unbehandelt baut sie den Kieferknochen immer weiter ab, bis das Implantat verloren geht. Zudem bleibt eine chronische Entzündung im Körper bestehen. Deshalb sollte sie immer behandelt werden.
Nicht im klassischen Sinn wie eine Erkältung. Die beteiligten Bakterien können zwar über den Speichel weitergegeben werden, etwa zwischen Partnern. Ob daraus eine Periimplantitis entsteht, hängt aber vor allem von der Mundhygiene, der Abwehr und den Risikofaktoren des Einzelnen ab. Wichtiger ist ein anderer Punkt: Bakterien aus entzündeten Zahnfleischtaschen an eigenen Zähnen können auf Implantate übergehen. Deshalb sollte eine Parodontitis immer mitbehandelt werden.
Ja, sobald die Periimplantitis Knochen abgebaut hat. Typisch ist ein trichterförmiger Defekt rund um das Implantat. Die Vorstufe, die Mukositis, sieht man im Röntgenbild dagegen nicht, weil der Knochen noch intakt ist. Sie fällt nur bei der klinischen Untersuchung auf. Deshalb gehören zu einer sicheren Diagnose immer beide Schritte.
Das ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Patienten verläuft sie über Jahre langsam, bei anderen geht innerhalb weniger Monate viel Knochen verloren. Studien deuten darauf hin, dass sich der Verlauf mit der Zeit beschleunigen kann. Deshalb gilt: Bei Warnzeichen nicht abwarten.
Antibiotika können eine Periimplantitis-Behandlung unterstützen, ersetzen aber nie die gründliche Reinigung der Implantatoberfläche. Sie werden entweder direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht oder in schweren Fällen als Tabletten verordnet, meist begleitend zu einem chirurgischen Eingriff. Welches Präparat infrage kommt, entscheidet der Zahnarzt im Einzelfall.
Oft lange Zeit keine, das ist das Tückische an der Periimplantitis. Wenn Beschwerden auftreten, sind es meist ein Druckgefühl, Empfindlichkeit beim Kauen oder Schmerzen bei Berührung des Zahnfleischs. Stärkere Schmerzen zeigen sich häufig erst, wenn sich ein Abszess gebildet hat oder das Implantat locker ist.
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